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Glossar - Erklärung von Fachbegriffen

Moderner Hochwasserschutz bedeutet, wieder mehr Raum für unsere Flüsse zu schaffen. Aus den Erkenntnissen des Hochwasserereignisses 2013 wird die Bedeutung der Schaffung von Retentionsflächen und Speicherräumen als „besonderer Schwerpunkt“ des Hochwasserschutzes bekräftigt.  Hierfür kommen Deichrückverlegungen (DRV) und Polder infrage die eine unterschiedliche Wirksamkeit aufweisen. Dafür werden vorab die folgenden Begriffe erläutert.

>>> Retention

Der Begriff Retention bezeichnet den Wasserrückhalt durch natürliche Gegebenheiten (z.B. Altarme) oder künstliche Maßnahmen (z.B. Hochwasserpolder). Die Retention hat eine Abflachung der Hochwasserwelle zur Folge.

>>> Flutpolder

Ein Flutpolder ist ein von Deichen umschlossenes Gebiet welches dem Hochwasserschutz durch Retention dient. Mit Flutpoldern können ökologische Flutungen durchgeführt werden und Hochwasserspitzenabflüsse und damit das Überschwemmungsrisiko deutlich reduziert werden. Hochwasserpolder werden bei extremen Hochwasserereignissen geflutet und tragen zur Entlastung von stromabwärts gelegenen Gebieten bei. Innerhalb der Polderflächen ist Landwirtschaft möglich.

>>> Poldertypen

Mit einem gesteuerten Polder kann die Hochwasserwelle zeitlich gekappt werden. Das Einlaufbauwerk des Polders ist regelbar. Ungesteuerte Polder haben keine regelbaren Betriebseinrichtungen, der Zeitpunkt und die Dauer der Rückhaltung sind nicht beeinflussbar.

>>> Hauptbestandteile eines Flutpolders

Für die Befüllung und Entleerung des Rückhalteraumes werden Ein- und Auslassbauwerke angeordnet. Der eigentliche Rückhalteraum wird durch einen Trenndeich zum Fluss und einen Binnendeich zum Binnenland begrenzt.

>>> Dimensionierung

Wegen der korrespondierenden Wasserspiegellage im Flutpolder und Hauptgewässer sind die Umschließungsbauwerke  als Hochwasserschutzanlagen nach DIN 19712 zu dimensionieren.

>>> Deichrückverlegungen (DRV)

Deichrückverlegungen sind Maßnahmen, bei denen ein vorhandener Deich geschlitzt bzw. zurückgebaut wird. Im Hinterland wird meist ein neuer Deich gebaut. Dadurch wird die Flussaue vergrößert und zusätzlicher Retentionsraum geschaffen. Die Überflutung findet ab Beginn der Ausuferung bei allen Hochwässern statt. Der Wassermengenhaushalt in Fluss und Aue wird durch Absenkung hoher Abflüsse und Erhöhung der Grundwasserspende in Trockenzeiten verbessert. Die Hochwässer werden gebremst durch Rauigkeit, Bewuchs und Vorland. Wiederherstellung der Auenökosysteme.

Referat Hochwasserschutz, Gewässer- und Anlagenunterhaltung, EU-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie

Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie
des Landes Sachsen-Anhalt
Leipziger Straße 58
39112 Magdeburg

Frau Kerstin Gödecke
Telefon: +49 391 567-1549
Telefax: +49 391 567-1559

E-Mail: Hochwasserdialog(at)mule.sachsen-anhalt.de