Folgen für die Natur

Auen sind die natürlichen Überschwemmungsgebiete unserer Fließgewässer. Flussauen sind wichtige Achsen für den Biotopverbund, gehören zu den artenreichsten Lebensräumen Mitteleuropas, prägen das Landschaftsbild und erfüllen bedeutsame Funktionen im Naturhaushalt. Sie spielen für den Erhalt der biologischen Vielfalt sowie für den Wasser- und Stoffhaushalt der Landschaft eine wesentliche Rolle. Sie erbringen wichtige Ökosystemleistungen indem sie die Selbstreinigung der Gewässer, den Rückhalt von Nährstoffen und Treibhausgasen unterstützen. Beides funktioniert nur richtig, wenn die Böden zeitweise wassergesättigt sind. Durch Entwässerung und intensive Landwirtschaft sind stark genutzte Auen aber inzwischen zu einer bedeutenden Quelle für Treibhausgase geworden.

Irreversible Beeinträchtigungen des Naturraums

Der Verlust natürlicher Überschwemmungsgebiete und Flussauen geht einher mit erheblichen, oftmals weitreichenden und teilweise irreversiblen Beeinträchtigungen des Naturraums. Die Folge sind der Verlust an Biodiversität, Grundwasserspiegelsenkung in angrenzenden Auengebieten und die Erhöhung der Sohlenerosion. Dies führt zur Verringerung der Selbstreinigung der Gewässer, mit der Folge, dass zusätzliche Maßnahmen zur Wasserreinhaltung finanziert werden müssen.

Durch Renaturierungsmaßnahmen, das Anpflanzen von Auenwäldern und angepasste Bewirtschaftungsweisen können Funktionen der Flussauen wiederhergestellt, Treibhausgasemissionen gesenkt und somit Folgekosten des Klimawandels eingespart werden.

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Kerstin Goedecke

Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie
des Landes Sachsen-Anhalt

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